Veranstaltungen

Feststehende Veranstaltungen:

A.I.V. Gruppenabende: jeden 1. Montag im Monat, 20:00 Uhr,
Treffpunkt bitte nachfragen !

DAI-Veranstaltungen:

siehe Homepage des DAI: www.dai-architekten.de

Fachexkursionen:

Fachexkursionen finden in unregelmäßigen Abständen statt.
Sie werden seitens des A.I.V. Leipzig e.V. als Weiterbildungsveranstaltung im Sinne der Architektenkammer anerkannt. Die Teilnahme ist für Mitglieder des A.I.V. Leipzig e.V. sowie für Gäste kostenfrei.

 

Folgende Exkursionen haben bereits stattgefunden:

 

Exkursion Museums-Architektur:

Besichtigung der Stiftung Moritzburg, Halle

09. Sept. 2011, 16:00 - 17:30 Uhr,
Treffpunkt im Innenhof der Burg

Durch das Gebäude führte uns Nina Nolting, die ebeneso wie ihr Partner Sebatian Sasse vom jetzigen Büro snarq - sassenolting architekten, Halle, bei diesem Projekt im Büro Nieto Sobejano Arquitectos in Madrid und dann Halle von Anfang an dabei war.

Anhand des Modells am Anfang des Museums-Rundgangs zwigte sie das Entwurfskonzept, dessen zentrales Element das Dach ist, von dem vieles im wahrsten Sinne des Wortes abhängt. Das leicht wirkende Metalldach hebt sich bewußt mit einer schwarzen Schattenfuge, die ursprünglich in Glas gedacht war, vom massiven, rauhen Muerwerk ab. An der Dachdecke hängen weiße, raunhohe Kuben, die einen freien Durchblick durch den Raum darunter erlauben, sofern die Sicht nicht durch von einem separaten Innenarchitekt aufgestellte anstatt abgehängte Stellwände verstellt ist.

Auch die Böden aus angeschliffenem, dunkelgrau gefärbtem Estrich sind von der Wand mit verschiedenen Arten von Schattenfugen abgesetzt, die auch teilweise die Zuluft bringen und gelegentlich eine Herausforderung für die Gebäudereiniger darstellen, weil sie nicht die Weiße Wand unten über die Fuge hinweg verschmutzen sollen.
Die offizielle Innen-Besichtigung endete etwas spontan mit dem nicht nur architektonischen Besuch des Museums-Cafés, das immer noch mit seiner in Zusammenhang mit dem Museums-Eigangs-Tresen streng gestalteten Theke ganz schön aussah, auch wenn der Betreiber die Akutsikdecke durch Bemalung mit einem großen runden schwarzen Kreis ihrer Funktion beraubt hat. Danach schauten wir noch bis 18 Uhr die Bilder an, jedoch keine Sekunde länger, weil Teile des Personals doch sehr um ein pünktliches Ende besorgt sind.

Den markanten Treppen- und Aufzugsturm neben der Stelle eines im Dreißigjährigen Kriegs weggesprengten Bastions-Turms konnte wir bei der anschließenden Unrundung der Burg kaum sehen, weil das Gelände zu stark eingewachsen ist. Er wird, ach Einweihung des Hauses 2008, erst jetzt mit der Alu-Verkleidung fertiggestellt, weil das schmale Budget von 18 Mio. Euro hierfür nicht gereicht hatte. Es gäbe auch, bei weiterem Geldfluss, noch einige ursrpnglicht geplante Öfnnungen mit Blick auf die Stadt zu verglasen. Die Dachlandschaft in Anlehnung an Feininger, mit kegelstumpf-förmigen Oberlichern, ist von unten/außen nur mittelbar zu erkennen. Trotzdem ist das Gebäude ein großer Wurf, dessen Bedeutung weit über Halle hinausgeht.
Zum Glück waren wir in der Straßenbahn in Halle im Glauben, das benutzte Sachsen-Ticket gelte auch dort. Erst im RE nach Leipzig kamen Zweifel auf, die sich erst nach gründlichem Studium des DB-Angebots erhärten konnten.

 

Ein erster Überblick in dem vom Bestand her heterogenen Innenhof

zurückhaltender und doch entschlossener Übergang zwischen Neu und Alt am Nordflügel

Nina Nolting mit dem Dach in der Hand am Modell der Burg

abgehängte Kuben und Stege im großen Ausstellungsraum

verschiedene Wandöffnungen einschließlich der neuen Fensterebene mit der integrierten Heiztechnik samt einem Durchschlupf zum alten Außenfenster

Das etwas verwunschene Grün der Umgebung macht eine freie Sicht auch auf den jetzt demnächst fertigen Treppenturm unmöglich.

Der Nordflügel von Nordosten auf unserem Rückweg zur Tram

 

Exkursion mit architektonischen und ingenieurtechnischen Schwerpunkten:

Neubau der Gruppen-Feuerwache Süd, Leipzig

Donnerstag, 18. Aug. 2011, 18:00 Uhr,
Treffpunkt: Baustelle im "Messegrund Ost", Zwickauer Straße, südl. Richard-Lehmann-Straße, am Parkplatz von Mercedes-Benz

Die Branddirektion der Stadt Leipzig als Berufsfeuerwehr modernisiert auf Grundlage einer Entwicklungskonzeption ihre Einrichtungen. Dazu zählt nicht nur die Erneuerung bzw. Erweiterung des Fuhrparks, sondern auch die Neuerrichtung von Feuerwehrgebäuden. Eines der neu zu errichtenden Gebäude ist die noch im Bau befindliche Gruppenwache Süd.

Geführt wurden wir durch die Architektin Gaby Kannegießer, Mitinhaberin des Büros Knoche Architekten BDA in Leipzig. Sie zeigte uns, welcher Aufwand und welche Vorsoge nötig ist, um bis ins kleinste Detail den Passivhaus-Standard zu wahren. Da die Fahrzeughalle in einen Kubus mit wärmeren Räumen integriert ist, um knapp bemessene Grundfläche zu sparen, haben die Außenwände bewehrte Aussparungen an den betreffenden Innenwand-Anschlüssen. An der Decke wurden vor der Dämmung Schienen zur Halterung der installation abgehängt, um die Dämmung möglichst wenig zu durchdringen.
Das Treppenhaus hat einen langen Laufsteg, der nur durch Fortführung der Bewehrung in der Decke der daran anschließenden Räume realisiert werden konnte. In den Nutzräumen haben die Feuerwehrleute ihre eigene kleine Welt für Kochen, Essen, Training, Waschen, Schlafen, Verwaltung etc. Mit hochklappbaren Betten und Rollcontainern muß hier auf wenig Raum Platz für viele Menschen geschaffen werden, die sich hier in verschiedenen Schichten aufhalten. Im Trockenbau deuteten sich die ersten Vorkehrungen für all dies an.
An den Holz-Alu-Fenstern mit Dreifachverglasung wurde nicht gespart. Selbst blinde Dachluken im Passivhaus-Standard kosten bereits ein Vermögen. Überall lagen bereits die gro0en Stapel mit der 20cm dicken Styropor-Wärmedämmung (in der auch einge Liter Öl zur Herstellung stecken). Um Fenster- und Türlaibungen stabil zu halten, sind an die Rahmen bereits Laibungsbleche angeschlossen.
Wegen Problemen mit der Entwässerungshöhe und einer Bodenverbesserungs-Problematik konnte das Bodenniveau auf das Niveau der erhöhten Straßen im Umfeld angepaßt werden, so daß sich der Kubus mit schön komponierter Fensterteilung gut in der eher flachen, langgestreckten, mediokren Nachbarbebauung behaupten kann.

 

Sicht von der Zufahrt zu den seitlich zur Straße liegenden Toren und Eingängen

Erläuterung des Entwurfs durch die Architektin Kannegießer

bewehrte Gebäudefuge für Wärmedämmung

gedämmte Rohdecke der Fahrzeughalle mit zugänglichen Abhänge-Schienen

Treppenhaus mit festen langen Läufen und Laufstegen: Herr Wollman vom ingenierbüro MLW (1. v. l.) hat dieses Rechenkunststück vollbracht.

 

Exkursion mit architektonischem Schwerpunkt:

Neubau der Kindertagesstätte Gohliser Mühle

Mittwoch, den 20. juli 2011, 18:00 Uhr
Ecke Platnerstraße / Poetenweg

In den Medien wurde in der Vergangenheit mehrfach über den zunehmenden Bedarf an Kindertagesstätten berichtet. Um im Sinne einer kinder- und familienfreundlichen Stadt bedarfsorientiert Betreuungsplätze anzubieten, werden durch die Stadt Leipzig in Kooperation mit privaten Betreibern vermehrt entsprechende Einrichtungen errichtet. So auch die derzeitig noch in Bau befindliche Kindertagesstätte Gohliser Mühle, für die im Jahre 2009 ein Gutachterverfahren durchgeführt wurde.

Die fachkundige Führung mit architektonischem Schwerpunkt wurde durch Herrn Klein als Projektleiter vom Büro Planwerk Leipzig geleitet. Er führte uns auch noch durch den großen Altbau für Büros und Praxen, einen hoffnungsvollen Anbau für zukünftige Gastronomie und durch das nach Brand Wiederaufgebaute Mühhlengebäude (Arch. Schilling, Leipzig). Der neue Kindergarten selbst verursachte wegen seines massiven Wandaufbaus erheblichen Aufwand in der Gründung, wovon André Mehnert, MLW-Ingeniere Leipzig, berichtete, das alle Bauten auf dem Areal statisch berechnet hatte.

Büro-Altbau, Mühlen-Wiederaufbau, Kita-Neubau - Sicht vom Garten aus

Kita-Stirnseite-und -Brücke zum Mühlen-Wiederaufbau, nahe am Büro-Altbau, alles von der Straße aus

Mehrzweckraum über zwei ehem. Geschosse der Mühle

Raum auf der "Brücke" vom Neubau zur Mühle

Exkursion mit landschaftsarchitektonischen Schwerpunkten:

Neugestaltung Gedenkort Trümmerberg Etzoldsche Sandgrube

Freitag, den 06. Mai 2011, 17:00 Uhr
Augustinerstraße, Freizeitpark Südost

Mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II ist auf dem Trümmerberg über der ehemaligen Etzoldschen Sandgrube ein Gedenkort entstanden, dessen landschaftsarchitektonische und künstlerische Gestaltung auf besondere Weise an die Sprengung der Universitätskirche 1968 erinnert. Die Landschaftsarchitekten Susan Richter und Dr. Peter Fibich vom Büro für Freiraumkonzepte, Bad Lausick, gestalteten diesen unkonventionellen Gedenkort in Zusammenarbeit mit dem Klangkünstler Erwin Stache.

Zusammen mit Mitgliedern der DGGL hatten wir dank Frau Christiansen vom Amt für Stadtgrün und Gewässer die Gelegenheit, in Vorbereitung des Eröffnungstermins am 27. Mai mit dem Oberbürgermeister an einer Generalprobe zur Vorstellung des Gedenkortes durch das Büro für Freiraumkonzepte sowie der Klangkunst mit Erwin Stache teilzunehmen.

Vor einer neuen Treppe als Zugang zur Gedenkstätte

Nach einer Einführung in das Thema durch Herrn Dr. Fibich stiegen wir eine neue, aus Stahlblech gefaltete Treppe auf eine Zwischenebene hinauf, die den eher verborgenen Gedenkort besser zugänglich macht. Auf dieser Ebene wurde ein Stein zur Richtungsanzeige wieder aufgestellt, der sich auf dem oberen Plateau des Trümmerbergs befand. Hiermit wurde auch nicht im Detail der Versuch der DDR-Obrigkeit wie auch des Pauliner-Vereins wiederholt, die Vergangenheit ungeschehen machen zu wollen.

Landschaftsarchitekt Fiebig beim Erläutern der Planung

Da die dann direkt ganz nach oben führende Stahltreppe noch gesperrt war, die oben unmittelbar eine axiale Sicht auf den eigentlichen Gedenkort erlaubt, gingen wir einen gewundenen Weg nach oben, der in die entgegengesetzte Seite des Trümmerberg-Plateaus mündet. Es zeigt sich eine ovale Anlage aus mehreren, nicht konzentrisch angeordneten Ringen: Ein Kranz von Bäumen umgibt eine durch Stufen erhöhte, gepflasterte Fläche, die eine ovale, ebene Vertiefung enthält, welche durch eine Sitzstufe aus eingefärbten Beton-Elementen abgegrenzt ist.

Erwin Stache führt seine Klanginstallation vor.

Herr Stache betrat die vertiefte Fläche und erklärte uns das Klangkonzept: Das Betreten von oberflächenbündig verstreut eingelassenen Schieferplatten mit Erschütterungs-Sensoren löst Klänge aus, die an mehreren Stellen aus Lautsprechern unter der hohen Stufe herauskommen. So läuft keine starre Melodie ab. Vielmehr entsteht ein abstraktes Klang-Gebilde, auf das der Besucher Einfluß hat, wenn auch das Klang-Ereignis zeitlich begrenzt ist. Dargestellt werden soll nämlich ein Hall-Raum, der zusammenbricht. Die hallenden Geräusche sind nach einiger Zeit schlagartig zu Ende.

Stufe mit Laustsprecher, Pflaster mit Sensorplatte

Als Techniker hat Stache die Sensor-Steine zum Patent angemeldet und wird somit dieses Geheimnis offenlegen. Als Künstler erzählt er aber nichts Genaues über die "Software" oder über die Kompositionsweise. Aber immerhin erklärt er, daß es drei "Ebenen" oder Klang-Quellen gibt: Klingende Schieferplatten, Orgeltöne, und Gesprochenes mit Stadtgeräuschen: Die an ein Xylophon erinnernden Töne der Schieferplatten haben einen perkussiven Charakter. Dem entsprechend sind die verschieden hohen Orgetöne nur kurz, um den um so längeren Nachhall zur Geltung kommen zu lassen, der an die verlorene Hallenkirche erinnert, wo der Organist bis fast zum letzten Moment vor der Sprengung gespielt hat. Das Gesprochene schließlich ist eher leise und zudem fragmentarisch. Das Ganze entsteht eben erst im Zusammenwirken, das ein weites Spektrum vom einzelnen Ton bis hin zu einem Rauschen oder Donnergrollen umfaßt.. Das Hallen soll auch abstrakt an einen Hohlraum erinnern - so wie auch die Gelände-Vertiefung andeutet, daß der Hügel ein Behältnis ist, das ganz zuunterst die Trümmer der Kirche birgt.

Der erste und kleinste Besucher

Obwohl die große Stufe von der Absenkung nach oben keinen Meter hoch ist, ergibt sich wirklich akustisch der volle Eindruck eines geschlossenen Raumes. Das Kleinpflaster streut den Klang nach oben zum Ohr. Die runde Stufen-Wandung wirft den Klang direkt in den mittleren Bereich der Fläche zurück.

Ausführungsprobleme mit Firmen werden ebenso diskutiert wie subjektive Eindrücke.

Optisch bietet die auch wegen Schutz vor Vandalismus an diesem verborgenen, unkontrollierten Ort einfach und lapidar gehaltene Gesamtanlage keinen direkten Hinweis auf die gesprengte Paulinerkiche. Die Rundung erinnert eher an Archetypen des Bauens, der Grabkultur und der Versammlung, wie sie eher aus prähistorischer Zeit bekannt sind. Die Lücke im "Vorhang" der Bäume zum Augustusplatz hin, ist eine dezente Andeutung. Nur Stelen, deren Hinweistafeln noch fehlten, machen explizit klar, was dieser Ort mit einem leer zu sein scheinenden Bassin im "Freizeitpark" bedeutet.

Der axiale Blick vom Ende der oberen Stahltreppe aus auf scheinbar kreisförmig verlaufende Stufen