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Exkursion mit landschaftsarchitektonischen Schwerpunkten:
Neugestaltung Gedenkort Trümmerberg Etzoldsche Sandgrube Freitag, den 06. Mai 2011, 17:00 Uhr
Mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II ist auf dem Trümmerberg über der ehemaligen Etzoldschen Sandgrube ein Gedenkort entstanden, dessen landschaftsarchitektonische und künstlerische Gestaltung auf besondere Weise an die Sprengung der Universitätskirche 1968 erinnert. Die Landschaftsarchitekten Susan Richter und Dr. Peter Fibich vom Büro für Freiraumkonzepte, Bad Lausick, gestalteten diesen unkonventionellen Gedenkort in Zusammenarbeit mit dem Klangkünstler Erwin Stache. Zusammen mit Mitgliedern der DGGL hatten wir dank Frau Christiansen vom Amt für Stadtgrün und Gewässer die Gelegenheit, in Vorbereitung des Eröffnungstermins am 27. Mai mit dem Oberbürgermeister an einer Generalprobe zur Vorstellung des Gedenkortes durch das Büro für Freiraumkonzepte sowie der Klangkunst mit Erwin Stache teilzunehmen.
Augustinerstraße, Freizeitpark Südost
Nach einer Einführung in das Thema durch Herrn Dr. Fibich stiegen wir eine neue, aus Stahlblech gefaltete Treppe auf eine Zwischenebene hinauf, die den eher verborgenen Gedenkort besser zugänglich macht. Auf dieser Ebene wurde ein Stein zur Richtungsanzeige wieder aufgestellt, der sich auf dem oberen Plateau des Trümmerbergs befand. Hiermit wurde auch nicht im Detail der Versuch der DDR-Obrigkeit wie auch des Pauliner-Vereins wiederholt, die Vergangenheit ungeschehen machen zu wollen.

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Da die dann direkt ganz nach oben führende Stahltreppe noch gesperrt war, die oben unmittelbar eine axiale Sicht auf den eigentlichen Gedenkort erlaubt, gingen wir einen gewundenen Weg nach oben, der in die entgegengesetzte Seite des Trümmerberg-Plateaus mündet. Es zeigt sich eine ovale Anlage aus mehreren, nicht konzentrisch angeordneten Ringen: Ein Kranz von Bäumen umgibt eine durch Stufen erhöhte, gepflasterte Fläche, die eine ovale, ebene Vertiefung enthält, welche durch eine Sitzstufe aus eingefärbten Beton-Elementen abgegrenzt ist.
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Herr Stache betrat die vertiefte Fläche und erklärte uns das Klangkonzept: Das Betreten von oberflächenbündig verstreut eingelassenen Schieferplatten mit Erschütterungs-Sensoren löst Klänge aus, die an mehreren Stellen aus Lautsprechern unter der hohen Stufe herauskommen. So läuft keine starre Melodie ab. Vielmehr entsteht ein abstraktes Klang-Gebilde, auf das der Besucher Einfluß hat, wenn auch das Klang-Ereignis zeitlich begrenzt ist. Dargestellt werden soll nämlich ein Hall-Raum, der zusammenbricht. Die hallenden Geräusche sind nach einiger Zeit schlagartig zu Ende.
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Als Techniker hat Stache die Sensor-Steine zum Patent angemeldet und wird somit dieses Geheimnis offenlegen. Als Künstler erzählt er aber nichts Genaues über die "Software" oder über die Kompositionsweise. Aber immerhin erklärt er, daß es drei "Ebenen" oder Klang-Quellen gibt: Klingende Schieferplatten, Orgeltöne, und Gesprochenes mit Stadtgeräuschen: Die an ein Xylophon erinnernden Töne der Schieferplatten haben einen perkussiven Charakter. Dem entsprechend sind die verschieden hohen Orgetöne nur kurz, um den um so längeren Nachhall zur Geltung kommen zu lassen, der an die verlorene Hallenkirche erinnert, wo der Organist bis fast zum letzten Moment vor der Sprengung gespielt hat. Das Gesprochene schließlich ist eher leise und zudem fragmentarisch. Das Ganze entsteht eben erst im Zusammenwirken, das ein weites Spektrum vom einzelnen Ton bis hin zu einem Rauschen oder Donnergrollen umfaßt.. Das Hallen soll auch abstrakt an einen Hohlraum erinnern - so wie auch die Gelände-Vertiefung andeutet, daß der Hügel ein Behältnis ist, das ganz zuunterst die Trümmer der Kirche birgt.
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Obwohl die große Stufe von der Absenkung nach oben keinen Meter hoch ist, ergibt sich wirklich akustisch der volle Eindruck eines geschlossenen Raumes. Das Kleinpflaster streut den Klang nach oben zum Ohr. Die runde Stufen-Wandung wirft den Klang direkt in den mittleren Bereich der Fläche zurück.
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Optisch bietet die auch wegen Schutz vor Vandalismus an diesem verborgenen, unkontrollierten Ort einfach und lapidar gehaltene Gesamtanlage keinen direkten Hinweis auf die gesprengte Paulinerkiche. Die Rundung erinnert eher an Archetypen des Bauens, der Grabkultur und der Versammlung, wie sie eher aus prähistorischer Zeit bekannt sind. Die Lücke im "Vorhang" der Bäume zum Augustusplatz hin, ist eine dezente Andeutung. Nur Stelen, deren Hinweistafeln noch fehlten, machen explizit klar, was dieser Ort mit einem leer zu sein scheinenden Bassin im "Freizeitpark" bedeutet.
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