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Exkursion nach Würzburg 18. bis 20. Juni 2004
Die Exkursion hatte recht unterschiedliche Ziele: historische und moderne Bauwerke, Grünanlagen sowie die aktuelle Stadtentwicklung Würzburgs.
Die Bahnreise erster Klasse mit Sparpreis nach Würzburg ging sogar pünktlich vonstatten. Freitag abend gab es nur einen ersten Stadtrundgang mit nettem Beisammensein im „Lämmle“ als sehr gutem Ersatz für den zu vollen „Stachel“.
Samstag morgen ging es gleich hart zur Sache mit einem Ausflug mit unvorhersehbarem, „bahntechnischem“ Umweg über Haßfurt nach Schweinfurt zum 2001 fertiggestellten Museum des Fabrikanten und Stifters Schäfer, einem beeindruckenden und sorgfältig detaillierten Bau des Berliner Architekten Volker Staab. Auch die Sammlung mit vielen „Spitzwegs“ und sonstiger Kunst des 19. Jahrhunderts wurde ausführlich besichtigt.
Gewürdigt wurde dann, daß´sogar die umliegenden Straßen am Museum noch passend im Material gestaltet wurden. Auch sonst bot Schweinfurt schön gestaltete öffentliche Räume. Etwas enttäuschend dagegen waren die Außenanlagen und die Erdgeschoßzone des 2002 fertiggestellten Bayerischen Landesamtes für Statistik der Architekten Kuntz + Manz aus Würzburg.
Zurück in Würzburg führte der Weg über den nördlichen Ringpark zum „Kulturspeicher“, einem ehemaligen Speichergebäude vom Anfang des letzten Jahrhunderts, das von den Gwinnern eines Architekten-Wettbewerbs 1997, den Architekten Brückner & Brückner aus Tirschenreuth zu einem Museums- Ausstellungs- und Versammlungsbau umgebaut und erweitert wurde.
Über den Park der Landes-Gartenschau 1990 wurde die Festung Marienberg erreicht. Durch den Biergarten und um die Festung herum führte der Weg am Maschikuliturm, einem außergewöhnlich schönen, von M. v. Welsch entworfenen und von B. Neumann „ausgeführten“ Wehrturm vorbei wieder hinunter in die Stadt und von dort aus den barocken Stationsweg hinauf im Regen zum Käppele, wo uns ein unauffälliger Kurzbesuch in einem Gottesdienst Schutz bot.
Diese Anstrengungen wurden belohnt durch einen Besuch im „Schützenhof“, Würzburgs bekanntestem Biergarten bei schönem Sonnenschein. Über Löwenbrücke und entlang des Ringparks erreichten wir wieder unser Hotel, um uns im „Lämmle“ erneut für den nächsten Tag zu kräftigen. Der Sonntag Vormittag war einem Vortrag im Rathaus und einer Führung durch Herrn Heribert Düthmann, Leiter der Fachabteilung 1 für Stadtentwicklung der Stadt Würzburg, gewidmet. Eines der Themen war „Stadt am Wasser“ und Hochwasserschutz. Hier erfuhren wir, daß die von uns unfreiwillig festgestellte Lücke der Uferpromenade zwischen Innenstadt und Kulturspeicher demnächst geschlossen werden wird, so daß sich dort weitere Nutzungen und Gastronomie besser ansiedeln können. Auch Würzburg hat kein Geld. So müssen sich alle städtischen Vorhaben refinanzieren oder besonders dringlich sein, so daß neue Schulden möglich sind. Letzteres gilt für den Hochwasserschutz.
Nach Fertigstellung des Hochwasserschutzes und der Neu- und Umgestaltung von Fußgängerzonen und Straßenbahnhaltestellen mit besonders entworfenen Glasdächern sind bald eher punktuelle Projekt-Entwicklungen im Gange – dort nämlich, wo die Stadt über Grundstücke verfügt.
Für Würzburg wird nach einigen Jahren Stagnation ein deutliches Bevölkerungswachstum zu Lasten strukturschwacher Regionen prognostiziert. Deswegen muß im Stadtgebiet, insbesondere nahe der Innenstadt, neuer Wohnraum geschaffen werden. Hierfür lassen sich eventuell auch größere Areale bereitstellen. Die Trabantentstadt „Heuchelhof“ hat sich durch das Programm „Soziale Stadt“ stabilisiert.
Interessant war auch die Besichtigung des Ratssaals, einem Zeitdokument der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts mit seiner flächendeckenden Wandmalerei zur Stadtgeschichte bis 1990. Nach kurzer Kaffeepause vor dem Dom und dem Besuch der an den Dom angebauten Schönborn-Kapelle, dem ersten, noch eher von der Geometrie her einfachen Sakralbau von Balthasar Neumann wurde die Residenz mit Ihrer Pracht, die den Krieg überstanden hatte oder – anders als bei den einfachen Bauwerken der Stadt - in jahrelanger Arbeit wiederhergestellt wurde, samt Hofkirche und Hofgarten besichtigt.
Nach einem letzten Genuß von süddeutscher Küche ging es im ICE planmäßig wieder zurück nach Leipzig. Der Würzburger Bahnhof und sein Umfeld sind übrigens ein fast unverändertes Relikt des Wiederaufbaus der 50er und 60er Jahre. Auch das könnte sich durch den Bau einer Mall auf dem Gelände der Post und davor bald ändern.
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